Genossenschaftliches Wohnen

Die HGW Heimstätten-Genossenschaft Winterthur gehört zu den grössten Genossenschaften der Schweiz. Sie verwaltet insgesamt 89 Liegenschaften mit über 2200 Wohnobjekten. Naturnahe Aussenräume, in denen Nachbarschaft und ein lebendiges Sozialleben möglich ist, ist der Wunsch vieler GenossenschafterInnen. So auch bei der HGW Heimstätten-Genossenschaft Winterthur, bei der Nachhaltigkeit ein fest verankerter Firmenwert ist und nicht nur die bauliche, sondern auch die soziale und ökologische Nachhaltigkeit umfasst.

Die HGW Heimstätten-Genossenschaft Winterthur hat beschlossen die Aussenräume ihrer Siedlungen ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Im Rahmen des Projekts «Siedlungsnatur gemeinsam gestalten» wird in drei Siedlungen zusammen mit MitarbeiterInnen und BewohnernInnen der HGW ein Konzept erarbeitet, das aufzeigt, wie die Aussenräume der HGW-Liegenschaften ökologisch aufgewertet und gleichzeitig die Bedürfnisse der GenossenschafterInnen berücksichtigt werden können. Damit es nicht beim Konzept bleibt, werden erste, einfach realisierbare Massnahmen schnell umgesetzt zusammen mit den HauswartInnen und den GärtnerInnen der HGW. Die Erkenntnisse daraus dienen der Geschäftsleitung, die Themen Biodiversität und Lebensqualität langfristig in der HGW Heimstätten-Genossenschaft Winterthur zu etablieren und die MitarbeiterInnen zu befähigen, weitere Liegenschaften selbstständig aufzuwerten. Ziel ist es, langfristig alle Liegenschaften aufzuwerten und so einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Schweiz und der Region Winterthur zu leisten.

Projektverlauf

29.03.2022

Einweihungsparty für Ohrenwürmer, Vögel & Co

Im Rahmen ihres Biodiversitätsförderprojektes verfolgt die HGW das Ziel, sukzessive und kontinuierlich die Aussenflächen ihres Immobilienportfolios aufzuwerten. Oft gelingt dies durch einfache Anpassungen der Pflege- und Unterhaltsarbeiten. Im Falle der Hörnlistrasse hat man aber einen etwas ganzheitlicheren Ansatz gewählt, da das ökologische Potential der bestehenden Grünräume nicht gross war. Beherzt und mit Unterstützung der Geschäftsleitung wurde basierend auf der durchgeführten Bewohnendenumfrage und dem entwickelten Biodiversitätsförderkonzept (beides durch unser Projektteam entwickelt) wurde ein Gestaltungs- und Pflanzplan erarbeitet. Der Prozess war bewusst co-kreativ gestaltet und etliche unterschiedliche Akteure waren beteiligt: Bewohnende, Leitung und Mitarbeitende der Abteilungen Bewirtschaftung und Siedlungsarbeit, die Landschaftsarchitektin Seraina Kuhn von Kirsch Kuhn Landschaftsarchitekten, der Landschaftsgärtner Stefan Nänni und sein Team von Grünwerk. Das Ergebnis: die exotischen Pflanzen in den Rabatten wurden durch einheimische ersetzt; nicht einheimische Hecken und Sträucher sind Naturhecken gewichen; neue Hecken wurden gepflanzt; das asphaltierten, kaum benutzten Basketballfeld wurde aufgerissen und stattdessen wurde eine grosse Ruderalfläche mit neuen Sitzgelegenheiten errichtet; Wege wurden mit tier- und menschfreundlicher Beleuchtung versehen; auf dem Areal findet man nun mehrere Nistplätze für Kleinlebewesen und Insekten und für die Kinder wurden in der Heckenbepflanzung ein Trampel- und Versteckispfad zum Spielen angelegt. Und neu dürfen sich die Bewohnenden über 8 Gemüsebeete freuen, die alle schnell vergeben und noch schneller mit grosser Freude bepflanzt wurden. Alles in allem ein sehr gelungener Prozess, dank der Überzeugung und Neugierde der HGW “das Richtige richtig tun zu wollen”. Und rund ein Drittel der Bewohnenden hat die Einweihung bunt und fröhlich gefeiert.


01.10.2021

Achtung: Hier wird entsiegelt!

Seit Mitte September wird auf den Aussenflächen der Hörnlistrasse mit Hochdruck an einer Neugestaltung und ökologischen Aufwertung gearbeitet. Flächen werden entsiegelt, nicht einheimische Pflanzen ohne ökologischen Wert entfernt, Leitungen für tier- und menschfreundliche Beleuchtung verlegt. Ein weiterer interessanter Aspekt: parallel wird die Hausfassade gereinigt – dies hat zwar nichts mit Biodiversitätsförderung zu tun, kann aber in einem Aufwasch mitgemacht werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Somit wird alles parat gemacht für die Neubepflanzung im Frühjahr.


18.06.2021

Bewohnende im Gespräch über Biodiversität

An einem heissen Juniabend versammeln sich interessierte Bewohnende der HGW-Wohnsiedlung Hörnlistrasse im Schatten eines grossen Baumes. Sie sind gekommen, um zu erfahren, was die von der Genossenschaft angekündigte Biodiversitätsförderung mit sich bringt. Die Bewohner.innen lernen an diesem Abend etwa, warum das gemähte Gras ein paar Tage liegen bleibt. Sie freuen sich, denn“es duftet soo guat”. Sie staunen, wie viele unterschiedliche Lebensräume in der Umgebung ihres Hauses geschaffen werden und vor allem, wie viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere dadurch ihre neuen Nachbarn werden. Besonders die Aussicht auf farbenfrohe Schmetterlinge überzeugt die Bewohnen.innen, die zum Teil schon seit 40 Jahren dort wohnen und sehr gut selbst beobachtet haben, wie nach und nach die Insekten unter den Strassenlaternen verschwunden sind. Und die Jungen freuen sich auf die Gemüsegärten, die die HGW ihnen nächsten Frühling übergeben wird. Wir freuen uns auf das Einweihungsfest.